Fachbeiträge.

Über unsere pädagogischen Konzepte und Herangehensweisen berichten wir regelmäßig in der ifigenie, dem Print-Magazin der IFI STIFTUNG. An dieser Stelle veröffentlichen wir ausgewählte Beiträge.

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Bild des „inneren sicheren Ortes" eines Jugendlichen.

Jungen brauchen Schonräume

Der Begriff der Reflexiblen Koedukation ist als konzeptioneller Anspruch im neuen Jugendschutzkonzept verankert. Jetzt geht es darum, den Begriff inhaltlich und praktisch zu füllen. Das „Wie" beschreibt im Folgenden HERMANN SCHÜLKE.

 

In den bisherigen Konzepten der IFI orientierten wir uns am Prinzip der Koedukation.

Es wurde darauf hingewiesen, dass in der pädagogischen Arbeit die geschlechtsspezifische Sozialisation von Mädchen und Jungen berücksichtigt wird. In der konkreten pädagogischen Praxis sah das jedoch meist so aus, dass dies, wenn überhaupt, in der Arbeit mit den bei uns untergebrachten Mädchen konkret umgesetzt wurde. Dieser Trend drückte sich auch dadurch aus, dass vor etwa drei Jahren das Mädchenhaus in Wittmund eröffnet werden konnte. Bezogen auf die Arbeit mit Jungen drückte sich dieses Bedürfnis vor allem dadurch aus, dass in den verschiedenen Projekten meist händeringend nach „richtigen Männern" für den Betreuungsdienst gesucht wurde. Diese sollten den Jungen eine positive Orientierung bieten, wobei ziemlich unklar blieb, was dies eigentlich bedeuten sollte.

 

In dem Konzept für die pädagogische Arbeit mit straffällig gewordenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen wurde erstmals ansatzweise deutlich, dass es jungenspezifische Probleme gibt, welche in einer jungenspezifischen Sozialisation begründet sein müssen. Am Problem der zunehmenden Gewaltbereitschaft wird dies ganz besonders deutlich. Auch wenn die Gewaltbereitschaft bei Mädchen ebenfalls zunehmen mag, so sprechen die Kriminalstatistiken der letzten Jahre doch eine deutliche Sprache: Sowohl die Tatverdächtigen als auch die Opferzahlen sind in der Altersgruppe der 14- bis 21-Jährigen weitaus höher als in anderen Altersgruppen. Und der Anteil der Jungen und Männer ist sowohl bei den Tatverdächtigen als auch bei den Opfern mehr als 15-mal so hoch als der der Mädchen und Frauen.

 

Wenn wir uns nun aber die Sozialisationsbedingungen von Jungen vor Augen halten, wird nicht nur deutlich, warum die Zahlen so sind, sondern auch, mit welchen weiteren Problemen Jungen und der Regel auch ihre Betreuer zu tun haben: Während der ersten Lebensjahre hat der Junge nahezu ausschließlich weibliche Bezugspersonen. In der Regel ist die Kindesmutter mit der Erziehung und Betreuung befasst. Der Anteil der Männer, die die Möglichkeit des Erziehungsurlaubes in Anspruch nehmen, ist verschwindend gering. Selbst im Kindergarten und in der Grundschule setzt sich diese Situation fort.

 

Mit etwa drei Jahren beginnt der Junge allerdings, eine eigene Geschlechtsidentität zu entwickeln. Er merkt, dass er „anders" ist als die Mutter; Er beginnt, die von der Mutter erfahrenen Verhaltensweisen wie Fürsorge, Zärtlichkeit, Emotionalität usw. als weiblich und somit für sich als nicht erstrebenswert einzuordnen. Äußerungen wie “Jungen weinen nicht", “Indianer kennen keinen Schmerz", “Jungen spielen nicht mit Puppen" usw. leisten ebenfalls ihren Beitrag zu dieser Entwicklung. Der Junge erfährt somit in erster Linie, wie er nicht zu sein hat.

 

Nun ist es natürlich nicht so, dass er gar keine Männer erlebt. Aber wie erlebt er sie? Der Vater tritt häufig in erster Linie in zwei Funktionen auf. Zum einen als Organisator und Durchführer von spektakulären Wochenendausflügen (Mannsein bedeutet also Abenteuer) und zum anderen als Sanktionierer. Mannsein bedeutet also Macht. In der Rolle des Sanktionierers kommt noch eine weitere Komponente hinzu: Für einen Jungen von drei oder vier Jahren, welcher kaum über ein Zeitgefühl verfügt, ist es vollkommen unbegreiflich, wie sein Vater nach einer kurzen Begrüßung durch die Mutter genau wissen kann, was der Junge vor Stunden alles angestellt hat. Männer verfügen also über die nahezu „übermenschliche" Fähigkeit, innerhalb von Sekunden alles zu überblicken, zu erfassen und zu beurteilen.

 

Er erlebt seinen Vater auch nie als schwach oder niedergeschlagen. Wenn es dem Mann nicht gut geht, wird er in der Regel von den Kindern abgeschirmt. Die werden nur „auf ihn losgelassen", wenn er fit ist. Der Junge erfährt somit, dass nur Mütter - also Frauen - krank, erschöpft und niedergeschlagen sind. Männer sind immer stark und fit.

 

Im Übrigen erlebt er auch in anderen Bereichen immer Männer in machtvollen Schlüsselpositionen, zum Beispiel als Arzt, Schulleiter, Polizist, Richter usw. Auch im Film, Fernsehen, Märchen und Comic erlebt er die Männer in diesen Positionen. Auch diese sind in der Regel Einzelkämpfer und noch machtvoller, überlegener, perfekter und stärker. Jeder sollte sich unter diesem Aspekt einmal einen Rambo-Film anschauen und sich vergegenwärtigen, mit welchem Anspruch vom Mannsein der Junge konfrontiert wird.

An dieser Stelle wird vielleicht auch der Zusammenhang zu Trebegängertum und den Raubzügen der Jungen deutlich und - wenn man bedenkt, wie sehr Jungen antrainiert wird, sich nicht zu fühlen (siehe Rambo) - warum sie sich über Airbagging, U-Bahnsurfen - wieder in erster Linie eine männliche Domäne - so extreme emotionale Kicks verschaffen müssen. Wenn man sich hier zum Beispiel die Herren Michael Schumacher oder Reinhold Messner anschaut, welche auch als erwachsene Männer noch mit 300 Stundenkilometern über die Rennstrecke sausen oder alleine die höchsten Berge der Welt erklimmen müssen, wird deutlich, dass viele Männer dieses Problem für sich nie gelöst bekommen. Seltsamerweise gibt es auch hier kaum Frauen, die solch idiotischen und lebensgefähr­lichen Extremsportarten nachgehen müssen.

 

Die Jungen, die zu uns in die Betreuung kommen, bringen in der Regel ein qualitativ höheres als das „normal übliche" Maß an Problemen. Natürlich geht mit dem oben beschriebenen Erleben der eigenen Geschlechterrolle auch ein Erleben einer weiblichen Geschlechterrolle einher. Es ist somit wichtig, am Prinzip der Koedukation festzuhalten, um den Jungen auch hier eine neue Orientierung zu bieten. Es wird aber ebenso deutlich, dass die Jungen auf eine neue männliche Orientierung angewiesen sind. Diese Orientierung muss durch Männer erfolgen, damit die Jungen sie überhaupt als Orientierung für sich akzeptieren können.

 

Frauen frustriert und verärgert diese Erkenntnis sehr häufig. Sie tun sich immer noch schwer damit und sind es nicht gewohnt, in bestimmten erzieherischen Fragen Verantwortung abzugeben. Sie können schwer akzeptieren, in der Erziehung von Jungen an Grenzen zu kommen. Es nützt einem Jungen nicht, zum Beispiel das Thema Gewalt mit einer Frau zu bearbeiten. Es ist zwar gut möglich, dass die Frau das Gefühl haben wird, bei dem Jungen etwas zu erreichen. Es ist ebenso möglich, dass der Junge gut mitarbeitet. Er wird die Erfahrungen aber nicht auf sein Zusammensein mit anderen Jungen übertragen können und nicht in Situationen, in denen er Gefahr läuft, gewalttätig zu werden, nutzen können, solange er diese Orientierung als weiblich und somit unmännlich einstufen wird. Er wird sich in diesen Situationen wieder von dem vermeintlich weiblichen Verhalten abgrenzen müssen.

 

Jungen brauchen innerhalb der koedukativen Erziehung männliche Schonräume, in denen sie eine neue männliche Orientierung erfahren. Es ist wichtig, dass Männer für sie als Bezugspersonen fungieren, die im Kontakt mit ihren Gefühlen, Bedürfnissen, Ängsten usw. sind und dies auch für die Jungen erfahrbar machen und ihnen helfen, selber wieder in Kontakt mit sich zu kommen. Kontakt zu sich und zu anderen hilft, Konflikte zu lösen, und verhindert Gewalt!

 

Jungen erleben ihre Probleme meist als individuelles Scheitern. Es ist darum wichtig für sie, den Schonraum einer Jungengruppe zu haben und hier zu erfahren, dass andere Jungen und Männer ähnliche Erfahrungen machen und mit den gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Dies können sie zunächst nur lernen, wenn sie in einer rein männlich besetzten Runde die „Freiheit" und die „Erlaubnis" erhalten, sich nicht abgrenzen zu müssen.

 

Die Jungen müssen hier ein parteiliches und emphatisches Beziehungsangebot erfahren, welches von real erlebbaren Männern erfolgt, welche in der Lage sind, die Jungen mit eigenen Gefühlen und Resonancen zu konfrontieren und sich eindeutig von Gewalt distanzieren.

 

Die reflexible Koedukation setzt eine umfassende Auseinandersetzung mit der eigenen Geschlechterrolle und ein gewisses Maß an Selbsterfahrung voraus. Probleme lassen sich nicht vermenscheln. Natürlich bedeutet dies nicht, dass alle individualpädagogischen bzw. indivi­ dualpsychologischen, systemisch oder anderweitig orientierten Ansätze ihre Rechtfertigung verlieren. Aber Jungen und Mädchen begegnen und erfahren die Anforderungen des Lebens unterschiedlich, verarbeiten diese unterschiedlich und ziehen unterschiedliche Konsequenzen daraus. Diese Erkenntnis sollte grundsätzlich berücksichtigt werden.

 

In Bezug auf die Arbeit mit Jungen setzen die Anforderungen einer effektiven Jungenarbeit die Bereitschaft zu einer intensiven Auseinandersetzung der Männer mit ihrer eigenen Geschlechterrolle voraus. Männer, die sich hinter ihrer Rolle als Pädagoge verstecken und die eigene Identität als Mann verbergen, können diesem Anspruch nicht gerecht werden. Es wird künftig darum gehen, diesen Begriff inhaltlich und praktisch weiter zu füllen.

Dieser Beitrag ist erschienen in der IFIGENIE 2/2009

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Gewalt ist meist männlich - und richtet sich oft gegen die eigene Partnerin. Die meracon gGmbH bindet jetzt auch die Frau in die Täterarbeit ein, wenn sie es denn wünscht.

Partnerin mit im Boot

 

Die meracon gGmbH geht in der Täterarbeit neue Wege, indem Ansätze der Gewaltberatung mit denen der Psychotraumatologie verknüpft werden. Ist ein Mann gewalttätig in der Partnerschaft, wird auch die Partnerin in die Beratung einbezogen – wenn sie es denn wünscht. Hermann Schülke und Wilke Kappelhoff erläutern die neuen Vorgehensweisen.

 

Die klassische Gewaltberatung, die von „Männer gegen Männergewalt“ aus Hamburg entwickelt und von Burkhard Oelemann und Joachim Lempert weiterentwickelt wurde, geht davon aus, dass Gewalt in erster Linie ein männliches Phänomen darstellt. Statistiken zur Gewaltthematik stützen diese These. Dies zugrunde legend, wurden die Aspekte einer männlichen Sozialisation und daraus resultierende Prägungen, die Gewaltverhalten fördern, identifiziert und hieraus konzeptionelle Ansätze für die Beratung von Tätern entwickelt.

 

Die Psychotraumatologie befasst sich ebenfalls zunehmend mit dem Umstand, dass Frauen und Männer unterschiedliche Bewältigungsstrategien nach Gewalterfahrungen entwickeln. So ist festzustellen, dass Frauen eher dahin tendieren, sich immer wieder in Gewaltbeziehungen zu begeben, mit dem meist unbewussten Wunsch/Streben danach, dass diesmal alles gut werden wird, während Männer eher in die Täterrolle gehen, um zu vermeiden, wieder Opfer zu werden. Die Psychotraumatologie nähert sich dieser Thematik aber eher über hirnphysiologische Vorgänge wie beispielsweise der teilweise unterschiedlichen Produktion von Botenstoffen, die wiederum unterschiedliche Reaktionen fördern. Gleichzeitig hat die Hirnforschung eindeutig festgestellt, dass das menschliche Gehirn sich aufgrund von Erfahrungen strukturiert, was wiederum eindeutig für sozialisationsbedingte Aspekte spricht und somit auch die These fördert, dass die unterschiedliche Reaktion unseres Gehirns auf geschlechtsspezifischem Erfahrungslernen basiert.

 

Auch wenn in der Beratung von Tätern unmissverständlich auf deren alleinige Verantwortung für die Gewalthandlungen hingewiesen wird, so ist es für die Täter trotzdem von großer Bedeutung, sich ihr Handeln und auch ihr gewalttätiges Handeln erklären zu können. Sie müssen verstehen, was sie zu diesen Handlungen bringt, emphatisch werden für die Ereignisse im Vorfeld und Strategien für sich erlernen, Gewalt zu vermeiden und ihre Themen konstruktiv anzugehen.

 

Zum Verständnis ihrer Handlungen gehört auch, den vermeintlichen „Gewinn“ ihres Tuns zu erkennen. Bezogen auf den Traumaansatz bedeutet dies, zu verstehen, wie ihr Gewaltverhalten im Kontext eigener Gewalterfahrungen entstanden ist und welcher „Selbstheilungsversuch“ dahintersteckt. Bezogen auf ihre Verantwortung für ihr Gewaltverhalten ist es hier besonders wichtig, die eigenen Opfererfahrungen des Täters lediglich in Bezug auf sein jetziges eigenes Gewaltverhalten zu thematisieren und weiter konsequent die aktuelle Thematik zu bearbeiten und sich nicht in eine Traumaberatung/-therapie zu verlieren. Besteht daran ein Interesse des Täters, wird er aufgefordert, dies in einem anderen geeigneten Kontext zu tun.

 

Im Kontext der Täterberatung ist es wichtig zu thematisieren, weshalb die typisch männliche Sozialisation bedingt, dass Männer nach kindlichen Gewalterfahrungen häufig selber zu Tätern werden.

 

Folgende Aspekte tragen hierzu bei:

  • Identifikation mit dem männlichen Täter;

  • Noch stärkere emotionale Panzerung (Männer weinen nicht, sie ignorieren Schmerz);

  • Wenn Männer trotzdem Schmerz (auch emotional) empfinden, versuchen sie, sich nichts anmerken zu lassen oder gehen direkt in die Wut und die Aggression;

  • Männer dürfen nicht hilflos sein;

  • Männer dürfen keine Angst wahrnehmen und haben;

  • Männer dürfen nicht Opfer sein;

  • Männer müssen alles im Griff haben.

 

Wenn die Partnerin des Täters auch sein Opfer ist, wird ihr angeboten, in den Beratungskontext einbezogen zu werden. Für die Einzelsitzungen des Paares bleibt der Vertrauensschutz bestehen. Die Einzelgespräche mit der Partnerin werden genutzt, um aufzudecken, ob es in ihrer Sozialisation bereits Gewalterfahrungen gab und ob sie in Beziehungsdynamiken steckt, hinter denen unbewusste Traumabewältigungsstrategien verborgen sind. Nicht selten sind durch innerfamiliäre Gewalt traumatisierte Frauen in Gewaltbeziehungen zu Männern gefangen oder suchen sich immer wieder neue gewalttätige Beziehungspartner. Das soziale Umfeld reagiert in der Regel dann mit Unverständnis: „Die ist doch verrückt oder dumm“, „Die will es doch nicht anders“ oder „Die steht wahrscheinlich auf sowas“, und nicht selten ziehen sich diese Menschen dann zurück. Die damit verbundene Isolation unterstützt dann die Fixierung auf den gewalttätigen Partner.

 

Es geht in der Beratung also darum, dass die Frau erkennt, dass der Umstand, dass sie immer wieder in solche Beziehungsdynamiken gerät, weder mit fehlender Intelligenz noch mit Verrücktheit zu tun hat, sondern vielmehr eine „normale“ Reaktion auf „unnormale“ Ereignisse darstellt:

 

  • Sie versucht unbewusst, das Trauma zu heilen, indem sie den „Täterretter“ sucht;

  • Sie versucht, Kontrolle über die Gewalt ihres Partners zu bekommen;

  • Sie versucht, sich dieses Mal so gut zu verhalten, dass sie keine Gewalt und keine Abwertung mehr erfährt und ihr Partner aus Liebe und Wertschätzung zu ihr nicht mehr gewalttätig wird;

  • Sie versucht, diesmal gut aus der Situation herauszukommen.

 

Genau diese Sehnsucht und das hiermit verbundene Verhalten kommt dem Täter sehr entgegen. Es gelingt ihm in solchen Beziehungen in der Regel gut, die Verantwortung für sein Gewaltverhalten an die Partnerin zu delegieren und seine eigene Ohnmacht nicht zu spüren, sondern sich mächtig und stark – also männlich zu fühlen.

 

Die Erkenntnisse über ihre eigene und die Beziehungsdynamik eröffnen der Frau dann auch die Möglichkeit, sich traumatherapeutische Unterstützung zu organisieren. Hierbei werden ihr auch Hilfestellungen angeboten. Gleichzeitig wird ihr verdeutlicht, dass sie nicht für die Gewalthandlungen ihres Partners verantwortlich ist, sondern dass dieser sein Problem unabhängig von seiner Partnerin hat und auch eigenverantwortlich bearbeiten muss.

 

Der Frau werden im Kontext der Beratung auch ihre rechtlichen Möglichkeiten und bestehende Schutzangebote und Schutzmaßnahmen nahegebracht und entsprechende Kontaktmöglichkeiten vermittelt.

 

In gemeinsamen Terminen wird die Kommunikation der beiden miteinander thematisiert. Dies hat zum Ziel, gegenseitige Abwertungen, Beleidigungen und verbale Verletzungen zu vermeiden und konstruktive Kommunikation und Auseinandersetzung zu lernen.

Des Weiteren werden Deeskalationsstrategien besprochen, die in emotional angespannten Situationen Gewalt vermeiden sollen. Diese Strategien betreffen das eigene Verhalten zum Selbstschutz, sie kann hier aber auch lernen, ihren Partner zu unterstützen nicht gewalttätig zu werden, ohne die Verantwortung für die Gewalt zu übernehmen. Der Partner kann Unterstützung annehmen, ohne die Verantwortung für sein Gewaltverhalten an die Partnerin zu delegieren. Sollte es auch während des Beratungsprozesses wieder zu Gewalthandlungen kommen, wird mit dem Täter eine Selbstanzeige als Voraussetzung für die Fortführung der Beratung thematisiert.

 

Gleichzeitig wird mit der Partnerin die Option thematisiert, die vorbesprochen Schutzmaßnahmen und Schutzangebote zu aktivieren.

 

Bereits die ersten Fälle, in denen diese partielle Paarberatung angewendet wurde, haben gezeigt, dass der Berater ein realistischeres Bild der vorliegenden Gewalt erhält und somit auch eine punktgenauere und effizientere Beratung anbieten kann. Das Angebot an beide Partner nach Beendigung der Beratung, sich erneut an ihn zu wenden, wenn es wieder zu Eskalationen und/oder Gewalt durch den Mann kommt, sichert eine höhere Nachhaltigkeit.

 

Um eine angemessene Qualität der Paarberatung zu gewährleisten, werden grundsätzlich alle Beratungen durch Supervision begleitet. Die Gewaltberater, die dieses Angebot vorhalten, absolvieren zusätzlich zu ihrer Gewaltberaterausbildung eine Ausbildung zum Traumaberater oder Traumatherapeuten.

Dieser Beitrag ist erschienen in der IFIGENIE 1/2017

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Die Entwicklung der sicheren Bindung eines Kindes an seine Eltern gilt als bedeutender Schutzfaktor in der kindlichen Entwicklung. Für vier Mitar­ beiter der Förderstelle Grund genug, eine entsprechende Fortbildung zu absolvieren.

Nichts geht ohne Bindung

Vier Mitarbeiter der FÖRDERSTELLE für Kleinkinder und deren Eltern der meracon in Wilhelmshaven haben sich zu SAFE®Mentoren ausbilden lassen. SlLVIA MARCY erläutert, was es damit auf sich hat.

 

Die Entwicklung einer sicheren emotionalen Bindung eines Kindes an seine Eltern wird heute als ein bedeutender Schutzfaktor in der kindlichen Entwicklung betrachtet. Kinder mit einer sicheren Bindung können sich besser in die Gefühle ihrer Mitmenschen hinein versetzen, sind offener und kreativer. Um die elterliche Feinfühligkeit zu fördern, die affektive Bedeutung der frühen sprachlichen und psychisch-physiologischen Kommunikation zwischen Eltern und Kind in den Vordergrund zu stellen, hat der Münchener Bindungsforscher Dr. med. Karl-Heinz Brisch ein Modellprojekt namens "Safe" entwickelt.

 

Der Name "Safe" bedeutet "Sichere Ausbildung für Eltern" und richtet sich an (werdende) Eltern etwa von der 26. Schwangerschaftswoche an bis zum Ende des ersten Lebensjahres des Kindes. Der SAFE-Kurs besteht aus vier Bausteinen:

 

1. Zehn Kurstage in einer festen Gruppe vor/nach der Geburt;

2. Einzelberatung;

3. Feinfühligkeitstraining;

4. telefonische Hotline.

 

Während des Kurses stehen den Eltern zwei ausgebildete SAFE®-Mentoren zur Seite. Sie sind für die Organisation und den allgemeinen Verlauf des Kurses verantwortlich. Die SAFE®- Mentoren verfügen über eine pädagogische und/oder medizi­nische Ausbildung.

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Im November vergangenen Jahres fuhren wir mit vier Kollegen der meracon nach Hannover, um uns eben zu diesen SAFE®-Mentoren ausbilden zu lassen. Vorrangig war nicht, selbst Elternkurse anzubieten, sondern in der Arbeit mit Familien und Elternteilen gezielt Unterstützung bieten zu können, was den Aufbau von Bindung und Stärkung der Bindungsfähigkeit betrifft. Die Inhalte der SAFE®-Kurse richten sich zwar grundsätzlich an alle werdenden Elternpaare. Doch auch für die Förder­ stelle der meracon sind sie wichtig, da die aufgenommenen Elternteile im Fokus des Jugendamtes stehen und eine Befähigung als Elternteil infrage gestellt und Förderung als notwendig erachtet wird. Viele, besonders junge Mütter sind aufgrund ihrer eigenen Biographie nicht in der Lage, eine(gute) Bindung zu ihrem Kind herzustellen. Diese Frauen geben ihre eigenen Erfahrungen weiter, was auch bedeuten kann, dass sie fehlende Bindungsqualität weitergeben, was sich nachteilig auf die kindliche Entwicklung auswirkt. Für uns Mitarbeiter ist es dann wichtig zu erkennen, dass Mütter oder Väter dies nicht mit Absicht tun, sondern aufgrund eingeschränkter Fähigkeiten und fehlendem eigenen Erleben. Es bedeutet, dass neben dem fachlichen Vorgehen sehr viel Geduld für die Elternteile aufzubringen ist, Einfühlung aber gute Möglichkeiten bietet, elterliche Kompetenzen zu stärken und damit die Chancen erhöht werden, dass eine Rückführung der Kinder zu den Eltern stattfinden kann. Im Mittelpunkt der Ausbildung stand die damit einhergehende Erarbeitung folgender Fragen:

1. Wie werde ich ein/e feinfühlige/r Mutter/Vater?

2. Was hat das Baby für Bedürfnisse?

3. Wie kommen wir mit der neuen Herausforderung klar?

4. Wie baue ich eine sichere Bindung zu meinem Kind auf?

5. Wie lassen sich Kindern Grenzen setzen bei gleichzeitigem Blick für die emotionalen Bedürfnisse?

6. Wie schütze ich mein Kind vor eventuellen Traumata?

 

Präventiver Ansatz für die Arbeit

 

In der Förderstelle sind diese Fragestellungen relevant. Durch den Rund-um-die-Uhr-Kontakt und die damit eingehende besondere Nähe zum Klienten bestehen umfassende Gelegenheiten, mit den Klienten diese Fragen zu bearbeiten: durch verabredete und spontane Gespräche, Spiegelung des Verhaltens, durch Vorbildwirkung im Umgang mit den Kindern. Alltagssituationen können unmittelbar, fast "nebenbei" reflektiert werden, z. B. wenn wir bemerken, wie eine Mutter ihr Kind füttert und dabei ständig abwesend ist. Natürlich ist auch sofortiges Eingehen auf positives Verhalten möglich, da das SAFE®- Konzept wie auch die Förderstelle stets Ressourcen hervorhebt und Rückmeldung darüber bietet.

 

Die Ausbildung zum SAFE®-Mentor ersetzt keine vollständige Diagnostik oder Behandlung von Traumata, macht aber auf Auslöser und die Bedeutung der Folgen aufmerksam und wirkt durch stabilisierende Gespräche und Empfehlung von gesonderter Therapie entgegen.

Es handelt sich um einen sehr präventiven Ansatz, der insbesondere die Intention die Förderstelle widerspiegelt. Auch hier geht es in erster Linie darum, die Eltern-Kind­ Bindung zu erhalten bzw. diese überhaupt erst einmal herzustellen und zu fördern.

Vor diesen Hintergrund fallen auch die Ziele dieses Ansatzes:

  • die Förderung der psychischen Gesundheit von Eltern und Kindern;

  • die Entwicklung von sicherem Bindungsverhalten;

  • Sensibilisierung der Eltern für die Signale und emotionalen Bedürfnisse der Kinder;

  • Einübung von feinfühligem Interaktionsverhalten;

  • Verarbeitung von elterlichen Traumatisierungen;

  • Durchbrechung von "Teufelskreisen".

Auf die Elternschaft vorbereitetet wird, indem im Bereich Fantasie, Wünsche, Ängste, Bindung, Kompetenzen eines Säuglings, der Eltern, Veränderung in der Paarbeziehung mit ihnen bearbeitet werden. Die Eltern werden darauf fixiert, ihre eigenen Stärken zu entdecken. Mithilfe von Video-Aufnahmen werden das Miteinander von Eltern und Baby gezeigt, feinfühliges Verhalten eingeübt sowie die Fähigkeiten und Bedürfnisse eines Babys vermittelt. Darüber hinaus gibt es Raum für Fragen, Austausch und Spaß. Nach der Entbindung bekommen die Eltern Informationen zu Fragen rund um das Baby oder auch zur Partnerschaft. Zentrale Themen bleiben das Feinfühligkeitstraining, die Stärkung von Fähigkeiten sowie der Umgang mit Stress. Daneben gibt es Zeit für eigene Probleme und Themen (Spiele, Schreien, Essen usw.) und Austausch. Die entstandenen Kontakte sind eine gute Alltagshilfe zur gegenseitigen Unterstützung. Da­ durch soll mehr emotionale Sicherheit der Eltern erreicht werden.

Dieser Beitrag ist erschienen in der IFIGENIE 1/2012

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Ferienfreizeit am Plauener See.

Stationäre Alternative

Immer noch gibt es bei Anfragen für „betreuungsintensive“ Jugendliche, für die eine Mobile Betreuung (MOB) angeboten wird, Reaktionen wie: „Für eine Verselbstständigung ist es noch zu früh!“ oder „Jetzt soll er als Belohnung auch noch eine eigene Wohnung bekommen?“ Dass die MOB ein vielseitig nutzbares intensives stationäres Betreuungsangebot darstellt, erläutert meracon-Geschäftsführer Hermann Schülke.

 

Jugendliche, die gemäß Hilfeplan aus Wohngruppen ausziehen oder direkt aus Familien in der „MOB“ Aufnahme finden, machen nur einen eher kleinen Teil des von uns betreuten Personenkreises aus. Bei dem weitaus größeren Teil der Anfragen geht es eher darum, dass die Jugendlichen Problemlagen oder Verhaltensweisen mitbringen, die eine Betreuung im Setting einer Gruppe als wenig sinnvoll erscheinen lassen. Oft liegen diesbezüglich auch schon umfassende Erfahrungen vor, was nicht selten bedeutet, dass diese Jugendlichen schon mehrere Gruppen durchlaufen haben. Verhaltensweisen wie Alkohol und/oder Drogenkonsum, Straftaten, Bedrohungen und Gewalt vonseiten dieser Jugendlichen führten oft zu schwierigen Dynamiken innerhalb der Gruppen und unheilvoller Beeinflussungen bzw. Beeinträchtigungen anderer Jugendlicher. Auch gibt es immer wieder Jugendliche, die sich nicht in die Strukturen von Gruppen einbinden lassen, massiv deren Regeln verletzen oder sich der Betreuung entziehen.

 

Wenn solche Entwicklungen auftreten, erscheinen in der Regel intensivere Gruppenangebote sinnvoll, in denen der Betreuungsschlüssel den pädagogischen Anforderungen durch die Jugendlichen Rechnung trägt oder Auslandsmaßnahmen – auch um durch die Schaffung eines vollkommen neuen Lebensumfeldes die Notwendigkeit einer Neuorientierung zu schaffen. Aber auch in diese intensivpädagogischen Angebote lassen sich nicht alle Jugendlichen integrieren bzw. können auch hier die beschriebenen Dynamiken entstehen.

 

In solchen Fällen kann eine MOB eine sinnvolle Alternative darstellen. Das Maß der Kontrolle und der Aufsicht ist hier zwar ein deutlich geringeres – dem gegenüber steht aber die Chance, ein hohes Maß an problematischen Verhaltensweisen der Jugendlichen aushalten zu können und trotzdem intensiv an einer tragfähigen Beziehung zu arbeiten, welche mittel- bis langfristig pädagogische Interventionen ermöglicht. Ich habe hier bewusst den Begriff des „Aushaltens“ gebraucht, um deutlich zu machen, dass es nicht darum geht, diese Verhaltensweisen zu tolerieren, sondern zu akzeptieren, dass die Jugendlichen genau wegen dieser Probleme in unsere Betreuung kommen und es nicht aufgrund dieser Verhaltensweisen zum Maßnahme- und damit auch zum Beziehungsabbruch kommen soll.

 

Eine wesentliche Voraussetzung für diese Betreuungsform ist die klare und unmissverständliche Abgrenzung der Pädagogen von destruktiven, gewalttätigen, schädlichen und kriminellen Handlungen der Jugendlichen bei gleichzeitiger Akzeptanz des „ganzen Menschen“, Respekt und Wertschätzung ihm gegenüber und der Förderung vorhandener Ressourcen. Diese Haltung stellt für die betroffenen Jugendlichen oftmals eine wichtige neue Erfahrung dar, da sie in ihrer bisherigen Biografie eher erleben mussten, dass Fehler mit der generellen Ablehnung und Abwertung ihrer Person und mit Beziehungsabbruch einhergingen.

 

Die klare Haltung den Jugendlichen gegenüber beinhaltet, dass es auch in der MOB klare Absprachen und Regeln gibt, die es zu befolgen gilt und deren Nichteinhaltung klare Konsequenzen nach sich zieht. Hier gibt es generelle, für alle Jugendlichen gleichermaßen gültige Grundsätze wie beispielsweise das Anzeigen von Straftaten (zum Beispiel Gewalthandlungen oder Diebstähle) sowie Betreuungsstrukturen und Absprachen, die den individuellen Bedürfnissen und Ressourcen der Jugendlichen angepasst werden können. So kann vom Grundsatz des täglichen persönlichen Kontaktes abgewichen und stattdessen andere verbindliche Verabredungen getroffen werden, wenn dies eine Überforderung des Jugendlichen darstellen würde.

 

Natürlich stellt das Leben in einer Einzelwohnung für die meisten Jugendlichen eine hohe Anforderung dar. So bieten Themen wie Sauberkeit und Ordnung, Abgrenzung von anderen Jugendlichen oder ein angemessener Umgang mit Nachbarn immer wieder Anlass zu Interventionen vonseiten der Betreuer, bei denen sie sich auf die sehr individuellen Ressourcen der Jugendlichen einzustellen haben. Es gibt es Jugendliche, bei denen Absprachen und Vereinbarungen aus entsprechenden Konfliktgesprächen positive Entwicklungen auslösen. Oftmals sind aber auch außerplanmäßige Kontrollen abends, nachts oder an Wochenenden und spürbare Konsequenzen, also sehr erfahrbare Interventionen, eher ein Mittel zur Erreichung von Veränderungen.

 

Auch das „Lernfeld Gruppe“ als Übungsfeld für soziale Kompetenzen fehlt in der MOB nicht. Verschiedene Gruppenangebote, welche zusätzlich der Strukturierung des Alltags der Jugendlichen dienen und sie an eine sinnvolle Freizeitgestaltung heranführen sollen, dienen hier als Medium. Des Weiteren findet einmal jährlich eine gemeinsame Ferienfreizeit statt.

 

Tragendes Element der Maßnahme bleibt aber die Bezugsarbeit, in deren Mittelpunkt die Kontakt- und Beziehungsarbeit steht. Hier liegt ein Kontaktmodel zugrunde, welches davon ausgeht, dass tragfähige Beziehungen zwischen Menschen dann entstehen, wenn „Grenzerfahrungen“ möglich werden. Dies bedeutet nicht, dass es immer um besondere „Kicks“ wie das Klettern im Hochseilgarten gehen muss, sondern dass Situationen geschaffen werden, in denen gerade das Feingespür für die eigene Person und für das Gegenüber geschult wird.

 

Die Jugendlichen brauchen hier oftmals die Konfrontation mit Selbstaussagen der Betreuer, um bei sich Resonanzen zu spüren und ein Gefühl für die eigene Befindlichkeit zu bekommen. Dieses Training ist für die Jugendlichen wichtig, um zu lernen, gut für sich zu sorgen. Ihre bisherige Sozialisation trug oftmals eher dazu bei, diese Fähigkeit zum Selbstschutz abzutrainieren. Dies hat dann wiederum oft zur Folge, dass die Jugendlichen auf Belastungen, Störungen und Frustrationen erst dann reagieren, wenn sie so viel aufgestaut haben, dass es zu sehr extremen Verhaltensweisen kommt.

Für die Jugendlichen ist ein Bereitschaftsdienst eingerichtet, der außerhalb der üblichen Dienstzeiten im Bedarfsfall „rund um die Uhr“ für die Jugendlichen und deren Angehörige erreichbar ist. In Krisensituationen ist somit eine unmittelbare Unterstützung durch die verantwortlichen Pädagogen gewährleistet. Erfahrungsgemäß lernen die Jugendlichen sehr schnell einen verantwortungsvollen Umgang mit dieser Möglichkeit, und es gibt selten Anrufe wegen irgendwelcher Bagatellen.

 

Über das Vorhalten von „Übergangswohnungen“ können die Teams in Wilhelmshaven und Oldenburg sehr flexibel und zeitnah auf Anfragen reagieren. Dies ist immer dann von Vorteil, wenn spontane Betreuungsabbrüche aus Gruppen geschehen, Inobhutnahmen von Jugendlichen anstehen, welche erfahrungsgemäß in den hierfür vorgehaltenen Gruppen nicht zurechtkommen, oder U-Haft Vermeidungen oder Verkürzungen für Jugendliche angefragt werden.

 

Die Kooperation mit dem Telefon gegen Zwangsheirat in Hannover und dem Ministerium hat auch dazu geführt, die Möglichkeit einer anonymen Unterbringung von männlichen Jugendlichen und Heranwachsenden mit Migrationshintergrund in Einzelwohnungen vorzuhalten, welche durch ihre Familien zwangsverheiratet werden sollen oder zum Beispiel aufgrund ihrer sexuellen Orientierung von Gewalt bedroht sind.

 

Spätestens hier wird deutlich, dass das Setting der Mobilen Betreuung vielseitig nutzbar ist und die Möglichkeit beinhaltet, auf sehr individuelle Bedürfnisse und Problemlagen zu reagieren. Ausschlusskriterien gibt es grundsätzlich kaum. Der Jugendliche sollte möglichst mindestens sechzehn Jahre alt sein (auch diesbezüglich gab es schon begründete Ausnahmen) und im Falle einer akuten Selbst- oder Fremdgefährdung werden entsprechende Fachdienste zur Einschätzung und auch häufig im weiteren Verlauf der Betreuung einbezogen. Es geht also in der Regel weder um „Belohnung“ noch um einen „lockeren Betreuungsrahmen“, sondern vielmehr um die Schaffung eines Rahmens, der eine angemessene Grundlage für sinnvolle und notwendige pädagogische Interventionen bietet.

 

Genauso individuell wie sich die Maßnahmen gestalten, gestalten sich auch die Erfolge. Manchmal lassen diese sich „nur“ in einer Reduzierung problematischer Verhaltensweisen oder dem Umstand messen, dass es keine „Krisen-“ sondern nur noch planmäßige Hilfeplangespräche gibt. Tatsächlich erreichen einige den geplanten Schulabschluss oder können zumindest in eine abgesicherte Selbstständigkeit entlassen werden. Dass die Gestaltung einer wichtigen und tragfähigen Beziehung funktioniert hat, merken wir häufig daran, dass ehemalige Jugendliche sich Monate oder Jahre nach Beendigung der Betreuung plötzlich wieder melden, wenn etwas „Besonderes“ in ihrem Leben passiert, wie das erste eigene Auto oder die Gründung der eigenen Familie.

Dieser Beitrag ist erschienen in der IFIGENIE 3/2010

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Bild des „inneren sicheren Ortes" eines Jugendlichen.

Trauma in der Pädagogik

 

In allen Leistungsbeschreibungen der meracon findet sich stets der Hinweis darauf, dass Aspekte der Psychotraumatologie eine wichtige Grundlage für das pädagogische Handeln darstellen. Was dies in der Praxis bedeutet, erläutert Hermann Schülke.

 

Wenn wir uns vor Augen führen, dass Traumatisierungen und die anschließende Entwicklung von Symptomen nicht nur in Folge von Kriegserlebnissen, Naturkatastrophen, schweren Unfällen, Folter und anderen schweren Gewalttaten entstehen, sondern auch in Folge innerfamiliärer Gewalt, dem Verlust wichtiger Bezugspersonen oder durch Vernachlässigung, wird bereits deutlich, dass wir um eine Auseinandersetzung mit dieser Thematik nicht herumkommen. Entscheidende Faktoren bei der Entwicklung langfristiger Symptome sind außerdem das Ausgeliefert sein, also weder flüchten noch kämpfen (sich wehren) zu können und Kontextfaktoren wie Alter, Dauer der Traumatisierungen, Nähe zum Täter, Vorhandensein, bzw. Fehlen von verständnisvollen Bezugspersonen und weitere Umstände, welche wir häufig in den Biografien der Kinder, Jugendlichen und ihrer Eltern finden.

 

Natürlich ist allen professionellen Helfern klar, dass problematische Verhaltensweisen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sich in der Regel aufgrund biografischer Umstände entwickeln. Stellen diese Verhaltensweisen aber Symptome nach Traumata dar, so können sie nur bearbeitet werden, wenn wir und die Betroffenen verstehen, wo ihre Probleme ihren Ursprung haben, dass ihre Verhaltensweisen nachvollziehbare Reaktionen auf ihre Erlebnisse und oft mit einer positiven Absicht verbunden sind und der Schlüssel zu positiven Veränderungen zunächst nicht der Bearbeitung der Traumata, sondern zunächst in der Rückgewinnung der Kontrolle, dem Erarbeiten und Trainieren von Alternativen zu destruktiven Verhaltensweisen und dem Erlernen von Selbstfürsorge liegt.

 

Für unsere pädagogische und beraterische Praxis bedeutet dies:

  • Problematische Verhaltensweisen richtig einschätzen („Reframing“). Welche positive Absicht steckt dahinter (z. B. Vermeidung von Nähe zum Trauma, Versuch der Selbstheilung, die Aufhebung dissoziativer Zustände u.a.)?

  • Herstellung von Transparenz für die Betroffenen, die häufig stark unter ihren Symptomen leiden und aufgrund der fehlenden Kontrolle und aufgrund negativer Reaktionen ihres sozialen und/oder familiären Umfeldes ein mangelndes Selbstwertgefühl oder die Auffassung, „verrückt“ oder „krank“ zu sein, entwickelt haben.

  • Herstellung von Transparenz und Klarheit bezüglich der Beziehung zwischen dem Pädagogen/Berater und dem Betroffenen: Die „Rettung“ liegt nicht in der Beziehung, sondern in den Ressourcen des Betroffenen.

  • Herstellung von Transparenz und Verbindlichkeit in den Strukturen, um Sicherheit für die Betroffenen zu fördern.

  • Entwicklung von sinnvollen Alternativen zu destruktiven Verhaltensweisen: Welches positive Ziel steckt hinter meinem Verhalten, und wie kann ich dieses Ziel auf eine andere Weise erreichen?

  • Die Identifizierung von Schlüsselreizen, die Symptome auslösen und die Entwicklung von Strategien zur Rückgewinnung der Kontrolle.

  • Das Fördern positiven Erlebens, um ein Gegengewicht zu negativen Affekten zu schaffen.

  • Die Aufdeckung und Förderung vorhandener Ressourcen zur Steigerung des Selbstwertes (sich nicht als „Opfer“, sondern als „mutiger und starker Überlebender“ fühlen können).

Um zu verdeutlichen, was dies in der pädagogischen Praxis bedeuten kann, möchte ich an dieser Stelle gerne von einem Beispiel berichten: Ein afrikanischer Jugendlicher, der Aufgrund eines Betreuungsabbruchs wegen wiederholten Drogenkonsums aus einer Wohngruppe zu uns in die Mobile Betreuung kam, fiel zunehmend durch seinen Alkoholkonsum auf, während ein Drogenkonsum nicht mehr festzustellen war. Bekannt war uns, dass dieser Junge, bevor er nach Deutschland kam, in Afrika lange Zeit ohne Eltern auf der Straße gelebt hatte. Während dieser Zeit hatte er einige Monate bei einem Mann gelebt, der ihn sexuell ausbeutete und misshandelte. Nun berichtete er, dass er immer wieder aus Albträumen wach wurde, in denen die Hand des Mannes nach ihm griff. Er wache dann schweißgebadet auf, sei vollkommen verkrampft, wisse zunächst nicht, wo er sei und könnte dann nur wieder zur Ruhe kommen, wenn er ein paar Biere trinke. In diesem Fall war dem Jungen der Zusammenhang mit seinen Erlebnissen klar. Neu war ihm, dass die Albträume den immer wiederkehrenden Versuch seines Gehirns darstellten, das Erlebte zu verarbeiten: schlechte Träume – aber eine gute Absicht.

 

Wir erarbeiteten schließlich mit ihm alternative Möglichkeiten der Beruhigung wie Entspannungstee, leise Musik, Ablenkung durch Fernsehen und einiges andere, was er auf einer „Notfallliste“ zusammenfasste, welche er in seinem Zimmer so deponierte, dass er sie jederzeit finden konnte. Außerdem wurde dafür gesorgt, dass er die hierfür notwendigen Dinge immer verfügbar hatte. Hierzu gehörte auch eine Flasche Bier, die als letzte Beruhigungsmöglichkeit zur Sicherheit auf seiner Liste stand.

 

Des Weiteren wurde mit ihm eine Imaginationsübung trainiert, welche ihm ermöglichte, sich in seinen Gedanken an einen „inneren sicheren Ort“ zu begeben, den er mit allem ausgestattet hatte, was ihm half, sich absolut sicher und wohl zu fühlen. Von diesem Ort gestaltete er schließlich ein Bild (siehe vorige Seite), welches er rahmte und in seinem Zimmer so über sein Bett hing, dass, wenn er wach wurde, sein Blick darauf fiel. Diese Strategien halfen ihm sehr, zu lernen, sich selber, ohne fremde Hilfe wieder zu reorientieren und zu beruhigen.

 

Nachdem die Psychotraumatologie im Bereich der Therapie, nicht zuletzt dank rasanter Entwicklungen im Bereich der Hirnforschung (insbesondere Bild gebende Verfahren) weltweite Anerkennung erfährt, werden in den letzten Jahren zunehmend, in Anlehnung an therapeutische Erkenntnisse und Ansätze, traumapädagogische Konzepte erarbeitet. Zu den Initiatorinnen zählt hier sicherlich auch Wilma Weiß, die mit ihrem ersten Buch „Phillipp sucht sein Ich“ viele Anregungen geliefert hat. Aber auch Lutz Besser, der bereits seit Jahren in seinen Ausbildungsgängen Therapeuten und Pädagogen zusammenbringt, welche er unter anderem in Kooperation mit der IFI auch im hiesigen Raum durchführt, verfolgt sehr engagiert die Entwicklung entsprechender Konzepte. So befinden sich auch aktuell fünf pädagogische Mitarbeiter in Ausbildung zum Traumapädagogen/-berater.

 

Der Begriff der „Traumapädagogik“ wird derzeit je nach Strömung immer noch unterschiedlich gefüllt. Die Gründung eines Dachverbandes, an der die beide eben erwähnten Fachleute beteiligt sind, soll hier künftig für entsprechende Qualitätsstandards sorgen. Eine grobe Orientierung bietet zunächst der Grundsatz, dass die Stabilisierung Betroffener auch von entsprechend qualifizierten Beratern und Pädagogen geleistet werden kann, die Traumabearbeitung jedoch in den Händen qualifizierter Therapeuten und Ärzten liegen sollte.

 

Wenn wir noch einmal auf den Aspekt zurückkommen, dass bei den von uns betreuten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Traumatisierungen in der Regel im familiären Bereich und im unmittelbaren sozialen Umfeld passieren, muss in unsere pädagogischen Überlegungen und in unser Handeln unbedingt einbezogen werden, welche Bindungserfahrungen hierdurch entstehen und was dies wiederum für das daraus resultierende Bindungsverhalten bedeutet. Es ist also einerseits damit umzugehen, dass die von uns zu betreuenden Kinder und Jugendlichen in ihrem Bindungsverhalten Störungen und Defizite zeigen, andererseits spielt dies in der Arbeit mit den Familien ebenfalls eine große Rolle, da traumatisierende Erfahrungen in der Regel von Generation zu Generation weitergetragen werden, also Eltern, die in ihrer Kindheit und Jugend von Gewalt oder sexuellem Missbrauch betroffen waren, selbst wenn sie die eigenen Erfahrungen nicht reinszenieren, in ihrem Bindungsverhalten den Kindern gegenüber oftmals chaotisch und unsicher sind.

 

Karl Heinz Brisch kann man hier wohl als den führenden Bindungstheoretiker in Deutschland bezeichnen, der sich auch intensiv mit den Folgen von Traumatisierungen auf das Bindungsverhalten auseinandergesetzt hat. Im November findet zu diesem Thema eine Fortbildungsveranstaltung in Rastede statt, welche vom ZPTN in Hannover, in Kooperation mit der Centrum GmbH Aurich und der IFI organisiert wurde, die Karl Heinz Brisch gemeinsam mit Lutz Besser durchführen werden.

 

Die meracon wird auch hier Mitarbeitern aus den ambulanten Bereichen, der Kinder- und Jugendschutzstelle und der neuen Schutz- und Förderstelle für Kleinkinder und deren Eltern die Möglichkeit der Teilnahme bieten. Darüber hinaus bemüht sich die meracon gerade darum, Herrn Brisch für eine Tagesveranstaltung nach Wilhelmshaven zu holen und hat bereits Plätze für die im nächsten Jahr in Hannover beim ZPTN stattfindenden „Safe“-Ausbildung reserviert, in der es darum geht, professionellen Helfern Ressourcen zu vermitteln, die Bindungsfähigkeit von Eltern zu fördern.

 

Wir bleiben also dran und werden uns bemühen, diese wichtigen Grundlagen in unseren Konzepten zu etablieren und umzusetzen.

Dieser Beitrag ist erschienen in der IFIGENIE 3/2010

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In der Erziehung unverzichtbar

 

Nicht erst seit gestern findet man in pädagogischen, gesellschaftlichen und politischen Kontexten den Ruf nach Männern in den Bereichen der Erziehung -

"GENDER"  ist eindeutig  angesagt.  Aber ist ein einigermaßen paritätisch besetztes pädagogisches Team automatisch ein Garant für eine Umsetzung von Genderaspekten in der Erziehung? Brauchen wir "bewegte Männer" oder "richtige Kerle"? Bedeutet, dass wenn ein Pädagoge sich theoretisch mit geschlechts­spezifischer Pädagogik auseinandergesetzt hat, er diese Theorie auch in die Praxis umsetzen kann und als Mann in der Erziehung präsent ist? Antworten von HERMANN SCHÜLKE.

In meiner beruflichen Praxis, insbesondere im Kontext von Supervision und Fort- und Weiterbildung, begegnen mir Pädagogen, die sich gerne engagieren wollen und nicht so richtig wissen, wie sie einen Zugang zu den Jungen und Mädchen finden können, und Pädagoginnen, die sich freuen, Männer im Team zu haben und gleichzeitig oftmals unzufrieden damit sind, wie diese sich einbringen.So besteht oftmals bei den Frauen der Eindruck, dass sie sich nach wie vor selber kümmern müssen, wenn es „heiß" wird.

Dieser Eindruck bestätigt sich, wenn das Thema Erziehung in den Medien aufgegriffen wird. So war im Februar letzten Jahres das Titelthema im    Fokus „Erziehung ganz anders". Auf dem Titelbild war ein “tyrannischer" Junge abgebildet und im Hintergrund eine erwachsene Frau. Ähnlich sieht es aus, wenn das Fernsehen sich des Themas annimmt, wie man bei einer Anzeigenkampagne zur Sendereihe “Die strengsten Eltern der Welt" sehen kann.

Diese Situation finden wir aber nicht nur im Zusammenhang mit der Erziehung aggressiver Jungen. Auch im Umgang mit aggressiven Mädchen, mit von Krankheit oder Trauer betroffenen Kindern und Jugendlichen oder dem Thema Sexualität, werden immer noch gerne den Frauen die Interventionen überlassen.

Diese Situation hat  immer  noch in erster Linie damit zu tun,  dass  die geschlechtsspezifische Prägung von Jungen/Männern nach wie vor durch tradierte Männer- und Frauenbilder bestimmt ist - auch wenn der politische und gesellschaftliche Anspruch ein vollkommen anderer ist.

Mein subjektiver Eindruck ist sogar eher der, dass Tendenzen in der Jugendkultur zu beobachten  sind, die eher wieder stärker traditionelle Rollenklischees fördern. Dies ist zum Beispiel in der jugendlichen Musikszene zu beobachten. Ich empfehle einmal ein paar Musikclips aus dem Hiphop-Bereich anzuschauen, wo nahezu ausschließlich coole, starke Typen posieren, die von jeder Menge „heißer Bunnys" umgeben sind, welche diesen Männern offensichtlich als Sexobjekte zur Verfügung stehen. Starke Frauen gibt es in der aktuellen. Musikszene zwar auch - sie sind im  Augenblick  sogar  sehr „trendy"- müssen aber alle irgendwie “gaga" sein und extrem aus dem Rahmen fallen und vertreten sicherlich nicht die breite Masse.

 

Auch die wenigen Männer, die sich aufmachen, in professionellen Kontexten Erziehung auszuüben, sind über ihre Sozialisation entsprechend geprägt. Es ist ein Segen, dass es sie gibt und wir auch in der IFI-Gruppe immer wieder junge motivierte Erzieher und Sozialpädagogen finden, die es reizt, sich der Kinder und Jugendlichen anzunehmen. Deutlich wird aber auch, dass wir uns um diese Pädagogen kümmern müssen, damit sie angemessen mit den Kindern und Jugendlichen in Kontakt treten und zu ihnen Beziehungen gestalten und ihnen somit als positive und realistische männliche Orientierung dienen können.

 

Seit vielen Jahren geschieht dies in Kooperation mit der Centrum-GmbH, Aurich.  Die Fortbildungsreihe “Beziehungsarbeit mit Jungen" richtet sich ausschließlich an männliche Pädagogen. In drei stark selbsterfahrungsorientierten Seminarblöcken werden hier theoretische Ansprüche und Erkenntnisse mit eigenen biografischen Erfahrungen verknüpft. Das Eintauchen   und Hinspüren  zu den  eigenen  Beziehungserfahrungen mit den Erziehungspersonen verdeutlicht den  Teilnehmern  in  der  Regel das Fehlen realer und greifbarer männlicher Orientierungsmöglichkeiten, was zur Folge hat, dass Jungen als Orientierungsmöglichkeiten nur das “weg von allem Weiblichen" und die Suche nach männlichen  Ersatzbildern bleibt, welche dann in der Regel vollkommen überzeichnete und  für die kleinen Jungs nicht erreichbare männliche Klischees bedienen.

 

Insbesondere das “weg von allem Weiblichen" hat bei den Jungen zur Folge, dass sie viele menschliche Gemütslagen als weiblich zuordnen und somit für sich selbst nicht akzeptieren, zumal ihnen diese ja auch nicht im Kontext ihrer männlichen Helden begegnen. Männliche Klischees wie “Indianer kennen keinen Schmerz, Jungen weinen nicht, Jungen müssen sich raufen,..." unterstützen diese Tendenz.

Die Folge dieser männlichen Sozialisation ist, dass Jungen sich zumindest bestimmte Bereiche ihrer Selbstwahrnehmung abtrainieren. Eine gute Selbstwahrnehmung ist aber die Voraussetzung für stimmige Selbstaussagen, welche wiederum die Voraussetzung für Kontakt zu anderen Menschen und somit die Grundlage für tragfähige Beziehungen darstellt. Dies gilt auch für die professionell zu gestaltenden Beziehungen zu den zu betreuenden Kindern und Jugendlichen.

 

Über Erfahrungen konditionierte Verhaltensweisen lassen sich hier auch nicht rein kognitiv modifizieren. Dies lässt sich nur im Zuge von neuen und andersartigen Erfahrungen verändern. Die Männer, die sich im Rahmen der Fortbildung auf den Weg machen, ihren eigenen Erfahrungen nachzuspüren und die anderen Teilnehmer daran teilhaben zu lassen und sich mit ihnen hierüber auszutauschen, erleben die dadurch entstehende intensive Kontakt- und Beziehungsqualität. Ihr Gespür für sich selbst, das Treffen von Selbstaussagen und die Kontaktaufnahme werden trainiert, um sie auf den pädagogischen Alltag übertragbar zu machen. Positive Erfahrungen in der Bezugsarbeit, aber auch in privaten familiären und freundschaftlichen Beziehungen motivieren sie, diesen Weg weiterzugehen. Von großer Wichtigkeit ist hier, dass sie diesen Weg im Kreise anderer Männer - sowohl Trainer als auch Teilnehmer - machen, um  ihn  als männliche Ressource erfahrbar und akzeptabel anzunehmen und somit eben auch auf ihren Alltag übertra­gen zu können.

Dies ist auch der Grund dafür, dass Männer in der Erziehung unverzichtbar sind. Nur was Jungen als männliche Ressourcen real erleben, übertragen sie als Orientierung auf ihr eigenes Verhalten. Dies können selbst fachlich gute Interventionen von weiblichen Pädagoginnen nicht leisten.

Dieser Beitrag ist erschienen in der IFIGENIE 2/2010