Mobile Betreuung

Bei der mobilen Betreuung handelt es sich um eine stationäre Betreuungsform von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in von uns angemieteten Einzelwohnungen leben und von uns betreut werden. Neben den täglichen persönlichen Kontakten mit dem Bezugsbetreuer*innensystem ist über eine „Rund-um-die Uhr“-Bereitschaft eine ständige Erreichbarkeit der Pädagog*innen gesichert. Die Einsatzmöglichkeiten dieser Betreuungsform sind besonders vielseitig, da das Setting den Pädagog*innen erlaubt, die Betreuungsstrukturen und -inhalte individuell an die Bedürfnisse der Jugendlichen anzupassen. Die Jugendlichen sollten mindestens 16 Jahre alt sein. In begründeten Fällen können auch jüngere Jugendliche aufgenommen werden, für die jedoch das Betreuungssetting im Kontext der Hilfeplanung anzupassen ist.

 


Alternative zur Betreuung innerhalb von Gruppen
Die Mobile Betreuung kommt oftmals dann zum Einsatz, wenn Jugendliche Verhaltensweisen wie Alkohol- und/oder Drogenmissbrauch, Gewalt und Delinquenz in einer Intensität zeigen, die eine Betreuung im Rahmen einer Gruppe nicht möglich macht.

Durch die Mobile Betreuung wird ein Betreuungssetting ermöglicht, das ein intensives, individualisierbares Beziehungsangebot darstellt, ohne auf andere Gruppenmitglieder Rücksicht nehmen zu müssen. Das Setting ermöglicht es den Betreuer*innen, delinquentes Verhalten länger als in einer Gruppe „auszuhalten“, ohne die Maßnahme abbrechen zu müssen und so pädagogische Strategien weiterhin langfristig verfolgen können.

Gleichzeitig gilt weiterhin die Grundhaltung, sich eindeutig und konsequent von z.B. illegalen Verhaltensweisen zu distanzieren und auf diese zu reagieren, ohne den Kontakt und die Beziehung abzubrechen.

Bei herausfordernden Problemlagen ist es möglich die Intensität der Betreuung durch zusätzliche entgeltrelevante personelle Ressourcen individuell anzupassen. Zusätzlich kann flankierend der Psychologisch-Therapeutische Dienst der meracon zur Diagnostik/Therapie genutzt sowie eine Täterberatung eingerichtet werden, falls die angezeigt ist.

 

 

Intensive Verselbständigung
Insbesondere nach längerfristigen Aufenthalten in Wohngruppen stellt der Wechsel in eine Einzelwohnung für viele Jugendliche eine große Herausforderung dar. Die Intensität der Mobilen Betreuung kann einen wichtigen Zwischenschritt bis zum Einsatz einer ambulanten Betreuung darstellen.

 

U-Haftvermeidung und –verkürzung
Informationen über das Angebot der U-Haftvermeidung und -verkürzung finden Sie hier.

 

Mutter/Vater-Kind-Betreuung
Grundsätzlich kann die Mobile Betreuung auch als Mutter/Vater-Kind-Betreuung eingesetzt werden, wenn aufgrund der individuellen Hintergründe eine Unterbringung in einer stationären Einrichtung nicht angezeigt ist. Es bedarf in diesen Fällen einer detaillierten Abwägung der Chancen und Risiken der Maßnahme, einer sorgfältigen Einschätzung der Kindeswohlgefährdung sowie eines  passgenauen Betreuungssettings. 


 

​​Sleep in
Jugendlichen, die derzeit wohnungslos sind und sich bislang nur sporadisch auf Jugendhilfeangebote eingelassen haben, wird im Rahmen des „Sleep in“ ein Schlafplatz angeboten. Die Anforderungen an die Kooperation werden auf ein Minimum reduziert. Gleichzeitig wird aber auch über eine Bezugsbetreuung der Kontakt zu dem Jugendlichen intensiviert, um langsam eine Beziehung aufzubauen und den Jugendlichen pädagogisch zu erreichen. Diese Form der Hilfe eröffnet den Jugendlichen, die für die Jugendhilfe nicht mehr erreichbar sind, die Chance, Perspektiven zu entwickeln.